Bullenspiele


(Foto: Nina Keese)

Der 40-jährige riesige Stoßzahnträger „Radza“ im Zoo Emmen ist ein ausgesprochener Herdenbulle. Alle Versuche, ihn von seinem Harem und den Jungtieren (diese stammen teilweise noch vom „Vorgängerbullen“) zu trennen, scheiterten bislang. Die z.Zt. 14-köpfige Rüsselkommune ist 24 Stunden täglich zusammen. Wenn – wie zumeist – in guter Stimmung und Spiellaune, ist „Radza“ ein gefragter und geduldiger Spielpartner für den Elefantennachwuchs, wie unser Mitglied Nina Keese auf dem Foto eindrucksvoll festhalten konnte. Insbesondere die kleinen Bullen suchen immer wieder „Radza“ zur Kontaktpflege auf.

Nicht nur das Beispiel von „Radza“ zeigt, dass die Charakterisierung von Elefantenbullen als quasi „unsoziale“ Wesen jeglicher Grundlage entbehrt (vgl. hierzu auch den Artikel von Dr. F. Kurt: „Bullenhaltung: Gefangenschaft oder Menschenobhut“ im Elefanten-Magazin Nr. 8/2005, S. 5-8). Leider scheint diese überholte und fehlerhafte Einschätzung auch noch in einigen Zoos die Grundlage der Elefantenhaltung zu sein, welche ihre Bullen weitgehend isoliert von den Artgenossen halten. Elefantenbullen sind hochsoziale Wesen und man kann nur hoffen, dass die Erkenntnis auch von den hierfür bislang nicht zugänglichen Elefantenhaltern zur Kenntnis genommen und umgesetzt wird.