Januar 2013

Valencia: Afrikanerzuchtbulle „Pambo“ verstorben

Mit knapp 21 Jahren verstarb am 23.01.2013 im Bioparc Valencia der Afrikanische Elefantenbulle „Pambo“. Nach Angaben auf der zooeigenen Webseite hat sich das Tier am Vorabend noch normal verhalten und gut gefressen. Am 23.01. um 7 Uhr morgens lag er auf dem Boden im Stall und reagierte praktisch nicht auf die Pfleger. Er zeigte Symptome von Koliken und wurde dagegen behandelt, hörte aber kurz vor 14 Uhr auf zu atmen und starb.

Der Vater von 1,2 Nachkommen war erst 2 Monate zuvor in Valencia angekommen, um die dort lebenden 6 Jungkühe zu decken. Davor lebte er 3 Jahre im Zoopark Cabarceno, wo bisher 2 Kühe Kälber von ihm gebaren. Sein erstes Jungtier zeugte der  Bulle in Wien-Schönbrunn, wo er anschließend trotz vorhandener Weibchen 8 Jahre ohne Zuchtmöglichkeit brach stand.

Der Verlust des Zuchtbullen ist ein weiterer schwerer Schlag für das EEP Afrikanischer Elefanten, in dem neben zu vielen zuchtfähigen Tieren ohne bzw. mit ungeeigneten Geschlechtspartnern besonders der Mangel an Zuchtbullen auffällt: Nach „Pambos“ Tod verbleiben im gesamten EEP-Raum nur 9 lebende Zuchtbullen, von denen 2 nicht am EEP teilnehmen, während 4 der übrigen sieben Vatertiere keine bzw. nur verwandte Geschlechtspartnerinnen im Bestand haben. Umgekehrt leben 23 zuchtgeeignete Weibchen in 9 Institutionen (die alle am EEP teilnehmen) ganz ohne bzw. ohne geeigneten Zuchtpartner. Auf die dramatische Situation wurde bereits Anfang 2011 im Elefanten-Magazin Nr.18 hingewiesen.

Um die Afrikanerpopulation in Europa noch vor einem Zusammenbruch zu bewahren, kommt den Männchen, die sich bisher nicht fortgepflanzt haben, höchste Bedeutung zu. Doch 7 von 8 Bullen über 20 Jahre sind derzeit nicht in einer Zuchtsituation, vier davon nicht einmal im EEP. Somit müssen selbst Männchen zwischen 10 und 20 Jahren schon mehrheitlich „Planstellen“ für Zuchtbullen ausfüllen und haben somit keine Gelegenheit, altersgemäß in Junggesellengruppen art- und geschlechtstypisches Sozialverhalten zu erlernen.
Deshalb ist es absolut unverständlich und aus Sicht von Elefanten-Schutz Europa kontraproduktiv, den knapp 14-jährigen „Tutume“ (geboren im Tierpark Berlin - z.Zt. eingestellt im Zoo Osnabrück) aus dem EEP-Raum nach Kanada abgeben zu wollen. Sein Genmaterial würde der Afrikanerpopulation Europas somit verloren gehen, ohne Spuren zu hinterlassen.

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