November 2012
Tierpark Berlin: Verbesserungen und Rückschritte 
Erfreulicherweise wurde nach gut 10 Jahren die Strukturierung der Asiatenanlage des 
Tierparks durch zwei neue Sandhügel sowie neue Scheuerbäume aufgewertet. 
Normalerweise zählt dies zur Grundausstattung in der Elefantenhaltung und bedarf somit keiner 
Erwähnung. Doch das Herdengehege ist für den gegenwärtige Tierbesatz mit 2.200 m² nicht nur nach 
heutigen Maßstäben sehr klein , sondern war zuvor mit Ausnahme eines Badebeckens auch komplett 
unstrukturiert. Nachdem der letzte morsche Baumstamm vor etwa einem Jahr umgefallen ist,
 gab es nicht einmal mehr Scheuerbäume. Aufgrund der fehlenden Ausweichmöglichkeiten konnte
 Bulle "Ankhor" fast die gesamte Zeit nicht mehr zur Zuchtgruppe gelassen werden -
 seit der Neueinrichtung hat er wieder zeitweise Zutritt. Die neue Einrichtung wird von der
 Zuchtgruppe (z.Z. 3,8 inkl. Nachzucht) begeistert angenommen. 
 
Sehr Besorgnis erregend ist dagegen, dass das vor Jahren auf Geschützten Kontakt 
umgestellte Management der Afrikanischen Elefanten mehr und mehr verwässert. 
So stehen Pfleger beim Umsperrenz.B. der Zuchtkuh "Pori" und ihres fünfeinhalbjährigen Sohnes 
"Kando" direkt neben den Tieren. 

Zuzugeben ist, dass eine vollständige räumliche Trennung von Elefant und Mensch schwierig ist, da die 
Tore nicht umgebaut wurden und immer noch von Hand bedient  werden müssen. Allerdings betreten 
die Pfleger die Boxen der Afrikanischen Elefanten auch, wenn es völlig unnötig ist:
 Ein Vereinsmitglied war anwesend, als ein Pfleger gleich mehrmals in Folge die Box des
 Nachzuchtbullen betrat, um Heu direkt vor dem Tier abzulegen. Beim dritten Mal wurde die Box sogar  
durchlaufen, um das Heu in die benachbarte Box zu werfen. Während dieses Moments befanden sich
 sowohl die Tür als auch der junge Bulle hinter dem Tierpfleger -  ein an Fahrlässigkeit kaum zu 
überbietender Vorgang, wenn man bedenkt, wieviele Vorfälle und Angriffe auch juveniler
Elefanten bei den Afrikanern ursprünglich dazu geführt hatten, den Direkten Kontakt 
aufzugeben!

Hier scheint ein Problembewußtsein grundsätzlich zu fehlen, der nächste, sehr 
wahrscheinlich schwere Unfall im Tierpark Berlin ist unter diesen Voraussetzungen  
unvermeidlich und kann somit nicht nur durch Asiatische Elefanten verursacht werden,   
sondern auch wieder durch Afrikanische!
_________________________________________________________________________________________