Januar 2013

Konsequenzen aus dem Unfall im Taronga Zoo, Sydney


Die Taronga Conservation Society Australia, die den Taronga Zoo in Sydney und den Western Plains Zoo in Dubbo betreibt, hat am 15.01.2013 den Abschlussbericht betreffend der fast tödlichen Attacke des 2-jährigen Elefantenbullens „Pathi Harn“ gegen eine Pflegerin im Oktober letzten Jahres veröffentlicht. Danach ist der Unfall das Resultat eines unerwarteten Anstiegs des Testosteronspiegels des jungen Elefantenbullen; Fehler der Elefantenpfleger lägen nicht vor und auch die Sicherheitsvorschriften seien ausreichend gewesen. Angesichts dieser pauschalen Verleugnung der Verantwortung ist es geradezu erstaunlich, dass die Taronga Conservation Society trotzdem Mitte 2013 in beiden Zoos alle Elefanten in beiden Zoos, nicht nur die testosterongefährdeten Jungbullen, auf  „Geschützten Kontakt“ umstellen will. Nach einem Schreiben der australischen Behörde für Arbeitssicherheit (WorkCover Authority NSW), der der Verein Elefanten-Schutz-Europa neben dem Zoodirektor und dem zuständigen Minister Informationen und Fakten  über „Unfälle“ mit Elefanten hat zukommen lassen, hält man es in Taronga für erforderlich, die Elefanten vor der Umstellung auf „Geschützten Kontakt“ im „Direkten Kontakt“ dafür zu trainieren, was noch einige Monate dauern wird. Lesen Sie hier die Antwort der WorkCover Authority an unseren Verein.

Die Umstellung bringt für den Taronga Zoo erhebliche Probleme, da die Elefantenanlagen in Taronga für eine Zuchtgruppe sehr klein sind. Deshalb  war der Elefantenimport nach einem Gerichtsurteil vom 06.02.2006 (http://www.hsi.org.au/editor/assets/legal/IFAW_v_Minister_decision_6_February_2006.pdf) nur unter der Bedingung genehmigt worden, dass die Taronga-Elefanten regelmäßig außerhalb ihres Geheges spazieren geführt werden. Außerdem war dem Zoo aufgegeben worden, dem Elefantenbullen „Gung“ auch nach dem Umzug in die mehrere hundert Meter vom Kuhgehege entfernt liegende neue Bullenanlage regelmäßig Sozialkontakt zu anderen Elefanten zu ermöglichen. Kontakte zwischen dem Bullen und den Kühen und Kälbern werden nach der Umstelllung auf „Geschützten Kontakt“ allerdings nur noch unter Zuhilfenahme eines Transportcontainers möglich sein. Der Zoo hat jetzt angekündigt, alle Elefantenbullen aus Sydney – „Gung“ (geb. 2000), „Luk Chai“ (geb. 2009) und „Pathi Harn“ (geb. 2010), in den Western Plains Zoo umzusiedeln. Elefanten-Schutz Europa ist der Meinung, dass es angesichts der völlig unzureichenden Anlagen in Taronga die einzige Lösung ist, die ganze Zuchtgruppe in den weiträumigen Park bei Dubbo zu verlagern und im Stadtzoo Taronga maximal noch eine Kleingruppe nichtzüchtende Kühe oder Jungbullen zu halten.

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