20.Oktober 2012

Zoo Rhenen: "Tembo" und "Sabi" geht es gut

Vor genau einem Jahr am 20.Oktober 2011 verletzte die Afrikanische Elefantenkuh "Sabi" im Zoo Augsburg einen Pfleger sehr schwer. "Sabi" und die zweite Afrikanerkuh des Zoos, "Tembo", wurden daraufhin schon einen Monat später an den Zoo Rhenen/Niederlande abgegeben, wo sie seitdem im
"Geschützten Kontakt" betreut werden. Mitglieder unseres Vereins haben die Beiden dort 2012 mehrfach besucht und können berichten, dass sich "Tembo" und "Sabi" dort sehr gut eingelebt haben. Die Zusammenführung mit den drei Rhenener Elefanten war völlig problemlos und "Tembo" ist momentan zur dominanten Kuh der kleinen Herde aufgestiegen. Während "Tembo" keine Probleme hatte, sich an das Targettraining im "Geschützten Kontakt" zu gewöhnen, schlug "Sabi" anfangs nach dem Target und
ihren neuen Pflegern. Inzwischen sind diese Schwierigkeiten aber überwunden. 

Im Zoo Augsburg hingegen ist bislang nichts passiert, um die Haltung der beiden verbliebenen Asiatischen Elefantenkühe auf "Geschützten Kontakt" umzustellen. Anscheinend gehört es nicht zu den Prioritäten der Zooleitung, die fortbestehende Gefährdung der Pfleger zu beseitigen.

Leider ist mit Nachwuchs angesichts des Alters von "Tembo" und "Sabi" (22 und 27 Jahre) nicht mehr zu rechnen. Es ist unverständlich, dass der Zoo Augsburg trotz Mitgliedschaft in EAZA und dem EEP für Afrikanische Elefanten jahrelang keinerlei Bemühungen unternommen hat, "Sabi" und "Tembo" zur Zucht zu bringen. Genauso wenig nachvollziehbar ist, warum das EEP für Afrikanische Elefanten nichts unternommen hat, um den Zoo Augsburg zur Abgabe beider Elefanten zu bewegen. Heute stellt sich die gleiche Situation im Zoo Dresden. Dort leben sogar drei junge, noch für die Zucht geeignete Afrikanerinnen ohne Zuchtaussicht. Nach den uns vorliegenden Informationen hat das EEP trotz des
Umstandes, dass in Europa viel zu wenige Afrikanische Elefanten geboren werden, bislang noch nicht einmal eine Transferempfehlung ausgesprochen. Die Bereitschaft des Zoos, seine Weibchen auf freiwilliger Basis dem EEP zur Verfügung zu stellen und ihnen somit die verhaltensbiologisch so wesentliche Mutterschaft doch noch zu ermöglichen, fehlt leider ebenfalls.

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