August 2012

Probleme im Zoo Wuppertal 

Auf diesem Video vom 25.08.2012 ist  zu sehen, wie die Elefantenkuh "Sabie" die 7-jährige "Bongi" heftig attackiert  und fast über die Gehegeabsperrung wirft. Einen ähnlichen Vorfall hat ein Mitglied unseres Vereins bereits im März 2011 beobachtet. Damals ließ "Sabie" erst von "Bongi" ab, als mehrere Elefantenpfleger mit Hakeneinsatz dazwischen gingen. Seither steht die Nachzuchtkuh samt ihrer Mutter "Punda" und Bruder "Shawu" meist abgesperrt im Vorgehege, kommt mit den anderen Weibchen häufig nur zusammen, wenn entweder Zuchtbulle "Tusker" oder die Pfleger mit auf der Herdenanlage sind. 

"Bongi" ist zwar im Zoo Wuppertal geboren und lebt dort seit ihrer Geburt mit "Sabie" zusammen, die beiden sind jedoch nicht miteinander verwandt.   

Aggressive Auseinandersetzungen innerhalb einer Elefantenfamilie sind im Freiland so gut wie unbekannt (vgl. Moss u. Lee, The Amboseli Elephants, S. 190). In Zoogruppen zwischen nicht miteinander verwandten Elefantenkühen kommen ernsthafte Streitigkeiten hingegen häufig vor. Die Erfahrung zeigt, dass Probleme zwischen unverträglichen Elefantenkühen im Laufe der Zeit immer schlimmer werden und sich niemals von selbst lösen. Jüngstes Beispiel dafür ist der gewaltsame Tod von Elefantenkuh "Chumpol" im Kölner Zoo im Mai 2012. Auch für die Elefantenpfleger besteht Lebensgefahr, wenn sie wie in Wuppertal versuchen, sich zwischen tobende Elefanten zu stellen. Der Verein Elefanten-Schutz-Europa tritt daher dafür ein, dass in Zoos entsprechend der Verhältnisse im Freiland natürliche Sozialverbände bestehend aus miteinander verwandten Elefanten aufgebaut werden. Voraussetzung dafür ist, dass Zoos in Zukunft junge Elefantenkühe nicht mehr alleine, sondern nur mit ihrer Mutter gemeinsam abgeben.   
Die Gefahr, dass "Bongi" von "Sabie" ernsthaft verletzt wird oder dass ein Elefantenpfleger beim "Dazwischengehen" zu Schaden kommt ist sehr groß, wenn die Elefantenherde in Wuppertal weiter in einem Gehege zusammen gelassen wird. Wünschenswert wäre es, wenn die Verantwortlichen in Wuppertal "Bongi" zusammen mit ihrer Mutter "Punda" und Bruder "Shawu" - und nicht allein - an einen anderen Zoo abgeben würden. 

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