April 2917

Pressemitteilung von Elefanten-Schutz Europa zum Kälbertraining 
im Zoo Hannover und Äußerungen der Zooleitung

Sehr geehrte Damen und Herren,

Seit seiner Gründung beschäftigt sich der Verein Elefanten-Schutz Europa 
e.V.  mit den Umgangsformen zwischen Mensch und Elefant in den 
verschiedenen Haltungssystemen, insbesondere auch mit den Methoden des 
Dominanztrainings sowie den Angriffen durch Elefanten im Direkten 
Kontakt. Aus mehreren Einrichtungen, darunter auch dem Erlebniszoo, sind 
uns Beobachtungen bekannt, die sich mit den PETA-Aufnahmen nahezu decken.

Nachdem uns auch längere Passagen des PETA-Videos zur Verfügung gestellt 
wurden, haben wir auf unserer Homepage eine ausführliche Stellungnahme 
zu den Aufnahmen und Hintergründen veröffentlicht.

Die Reaktionen der Zooleitung haben uns bewogen, eine Pressemitteilung 
zusammenzustellen, die schwerpunktmäßig diese Äußerungen in den 
Zusammenhang einordnet. 

April 2017

Ausgabe 30 des Elefanten-Magazins ist erschienen!

Inhalt von Ausgabe 30:

  • Haltung älterer & nicht züchtender Elefantenkühe im EEP - Leitartikel der EEG
  • Zusammenleben älterer Elefantenkühe im Zoo Karlsruhe 2016 aus Besuchersicht
  • Tierpark Cottbus - Entspannter Lebensabend für zwei Elefanten-Seniorinnen
  • Baby und Nepal - Die beiden Elefanten im Domizil Mont Fontbonne, F - von Dr. Imke Lüders
  • Tierpersönlichkeiten: Dashi
  • Haltungsdaten zu Elefantenkühen ohne Familie
  • Zoo Aktuell
  • Unfälle Aktuell
  • Circus Aktuell
  • Buchvorstellung: Mit dem Staatszirkus der DDR durch Europa
  • Der Elefantenhof Platschow
  • Nordamerika: Zoos in Dallas und Ft. Worth, USA
  • Nordamerika:Rockton, CAN, Syracuse und Toledo, USA
  • Das Phänomen Musth bei zwei Asiatischen Elefantenbullen
  • Aus dem Verein

 


April 2017

Bericht des Fernsehmagazins „Report Mainz“: Gewaltsames Elefantentraining im Erlebnis-Zoo Hannover

Am 04.04.2017 beschäftigte sich die Reportagereihe "Report Mainz" der ARD kritisch mit den Trainingsmethoden des Erlebniszoos Hannover, die dort bei den Asiatischen Elefanten angewendet werden. Die Videos waren  an verschiedenen Tagen im September 2016 mit versteckter Kamera aufgenommen worden.

Die Aufnahmen zeigen, wie eines von drei der zu diesem Zeitpunkt 2,5 bzw. 3 Jahre alten Jungtiere von Mutter und Gruppe separiert und im Nebengehege unter massivem Hakeneinsatz trainiert und diszipliniert wurde. Der Zoo Hannover ist Mitglied sowohl in den Zooverbänden EAZA und VDZ wie auch im Zuchtprogramm (EEP) für Asiatische Elefanten. Von Fachgremien empfohlen wird bereits seit längerem für Elefantenhalter der Umstieg auf das Haltungssystem des Geschützten Kontakts.  

Zeigen die Szenen nun Tierquälerei in einem wissenschaftlich geleiteten Zoo oder werden hier unverzichtbare Routinemaßnahmen von emotionalen Tierschützern falsch bzw. überinterpretiert?

Das für den Fernsehbeitrag verwendete Videomaterial bewertet unser Verein wie folgt:

Zu sehen sind Trainingsmethoden, die bei weitem über jedes normale Maß im direkten Umgang mit Elefanten hinausgehen. Das Kalb wird vom Revierleiter fortwährend dazu angetrieben, die ihm antrainierten Circustricks sowie Arbeitselemente auszuführen. Gezeigt werden u.a. Hinterbeinstand und andere Varianten des Zweibeinstandes, schnelle Pirouetten auf dem Boden oder einer Baumscheibe als Podest, Hochsitzen, teils mit einem Ast im Rüssel und Hinknien. Das Antreiben erfolgt mit einer Vehemenz und derart aggressivem Hakeneinsatz, dass dem jungen Elefanten nicht ausreichend Zeit gelassen wird, eine Übung auszuführen. Im Gegenteil: Noch während das Tier augenscheinlich ängstlich bemüht ist, den Kommandos nachzukommen, wird es mit der Hakenspitze zu schnellerem Arbeiten angetrieben bzw. in der Ausführung korrigiert. Die Disziplinierung ist teils derart rabiat, dass sie mit "brutal" nur unzureichend beschrieben wird. Der Chefpfleger stößt und schlägt das Elefantenkalb unter Nutzung des spitzen Elefantenhakens. In manchen Szenen ist unverkennbar, wie er  mit voller Körperkraft an dem am Elefanten „eingehängten“ Haken reißt. Bearbeitet werden dabei  ganz bewusst Körperstellen, an denen es einem Elefanten am meisten weh tut: an Kopf und Rüssel, den Ohren, im Maul, an den Vorderbeinen und am Bauch sowie dem Rückgrat. Egal wie sich das Kalb bemüht, die Kommandos auszuführen - die Disziplinierung erfolgt fortwährend mit roher Gewalt und nahezu ohne jede Belohnung.

Mehrmals ist deutlich zu erkennen, dass das verängstigte Tier vor Schmerz bzw. Angst brüllt. Als es versucht, vor dem fortwährenden Druck zu fliehen, hängt sich der Chefpfleger mit vollem Körpergewicht an den am Elefanten eingehakten Ankus. Weitere anwesende Pfleger mit Elefantenhaken vereiteln den Fluchtversuch.

Diese völlig unverhältnismäßige Machtdemonstration kann nicht dadurch gerechtfertigt werden, dass die Pfleger im Direkten Kontakt von den Elefanten als Leittiere anerkannt werden müssen und sich entsprechend durchsetzen müssen. Nicht jeder Elefant ordnet sich dauerhaft menschlichen Betreuern unter. Wenn rohe physische und psychische Gewalt nötig sind, um Elefanten kontrollieren zu können, ist der Direkte Kontakt für solch ein Tier nicht mehr geeignet. Einerseits stellt dies Tierquälerei dar, andererseits gibt es etliche Beispiele von Elefanten, die in extremen Stresssituationen, wie sie bei starker Bedrängnis durch Disziplinierungsmaßnahmen entstehen, aus purer Abwehr zum (Gegen)Angriff übergehen. Dass dabei auch schon Jungtiere ab etwa 2 Jahren Menschen töten können und dies auch wiederholt taten, ist kein Geheimnis.

Das auf den Filmaufnahmen zu sehende Elefantentraining hat für die Pflege und medizinische Betreuung keinerlei Wert und ist deshalb auch durch nichts zu rechtfertigen. „Circustraining“ dient allein dem Showeffekt, sollte jedoch auch in einem „Erlebniszoo“ bei wissenschaftlichem Anspruch nichts zu suchen haben. Circustricks wie Stehen auf den Hinterbeinen und aufrechtes Sitzen überlasten Knochen, Bänder und Gelenke eines Elefanten, die für diese Belastungen nicht ausgelegt sind. Langzeitfolgen können schmerzhafte Gelenk- und Knochenerkrankungen sein, die zum Tod führen können. Diese Tricks werden von Fachtierärzten deshalb als gesundheitsschädlich eingestuft.

- Die gezeigten Szenen sind zudem nur die „Spitze des Eisbergs“. Die Elefantenkälber beherrschen zum Zeitpunkt der Aufnahmen die geforderten Circustricks bereits sehr gut und führen die Kommandos eilig, teilweise geradezu hektisch aus. Mit welchen Methoden dieser kasernenartige Gehorsam erreicht wurde, ist nach Sichtung der Videoaufnahmen zu erahnen.

- Am Verhalten der jungen Elefanten ist deutlich zu erkennen, dass es sich nicht um sinnvolle Beschäftigung zur Vermeidung von Langeweile („behavioural enrichment“) handelt. Die Elefanten haben bei der Ausführung der Kunststücke sichtbar Angst vor ihren Betreuern und stehen angesichts des permanenten Hakeneinsatzes unter massivem Stress.

Ebenso wenig kann sich der Zoo darauf berufen, dass es sich bei der Aufnahme um ein singuläres Ereignis handelt, welches nicht den alltäglichen Abläufen entsprechen würde.

Bereits seit dem Jahr 2004 erreichten Elefanten-Schutz Europa Berichte von verschiedenen Zoobesuchern, die Zeugen von Circustraining, brutalem Hakeneinsatz und fragwürdigen „Erziehungsmethoden“ wie das stundenweise Trennen schreiender Elefantenbabys von ihrer Mutter geworden waren. Elefanten-Schutz Europa berichtete über die Missstände bereits im Elefanten-Magazin 7/2005 ausführlich und kontaktierte die damalige Zooleitung. Die Verantwortlichen gaben seinerzeit jedoch keine inhaltliche Stellungnahme ab. Man beschränkte sich darauf zu versichern, dass die Elefanten in Hannover „mit hoher fachlicher Kompetenz und großer Zuneigung“ betreut würden. Chefpfleger bei den Hannoveraner Elefanten war damals bereits derselbe Mann wie heute.

Da aussagekräftiges Bildmaterial bisher fehlte, war es für die Zooleitung einfach, sich mit Worthülsen der Kritik zu entziehen. Denn die Elefantenpfleger in Hannover wissen die Methoden, die sie anwenden, in der Regel gut vor den Besuchern zu verstecken. Szenen wie nun von „Report Mainz“ gezeigt ereignen sich zumeist in nicht einsehbaren Gehegen oder außerhalb der Zoo-Öffnungszeiten; vor Publikum genügt dann meist die Drohung mit dem Elefantenhaken, um derart trainierte Elefanten zu Gehorsam zu bewegen. Solche Szenen sind ebenfalls von "PETA" gefilmt worden.

Nun liegen aber Beweise vor, die nicht wegdiskutiert oder verharmlost werden können. Angesichtes der Videoaufnahmen macht es fassungslos, dass Zoo-Geschäftsführer Casdorff die Vorwürfe leugnet und angibt, die Elefanten würden nicht geschlagen, sondern mit dem Haken lediglich geführt und „angestupst“. Elefanten-Schutz Europa fordert die Leitung des Zoo Hannover auf, sofort zu handeln. Auf Gewalt basierende Trainingsmethoden haben in einem wissenschaftlich geleiteten Zoo, der seine Daseinsberechtigung in Naturschutz und Umweltbildung sieht, nichts zu suchen! Es ist dringend erforderlich, das Haltungssystem kurzfristig auf Geschützten Kontakt umzustellen und die erforderlichen  personellen Konsequenzen zu ziehen.

Ergänzende Hintergrundinformationen:

 

  • Das im Zoo Hannover angewandte Haltungssystem nennt sich „Direkter Kontakt“. Dabei betreten die Pfleger das Gehege der Elefanten und behandeln diese wie Haustiere. Um den Pfleger vor Verletzungen zu schützen, ist es im „Direkten Kontakt“ erforderlich, dass der Elefant gehorcht und den Menschen als ranghöher anerkennt. Das geschieht – wie in dem von „Report Mainz“ veröffentlichten Filmmaterial zu sehen – oft nicht durch Liebe, Belohnungen und Geduld, sondern durch Dominanztraining. Dabei ist der Elefantenhaken in diesem Haltungssystem, das in Hannover mit Kühen und Kälbern praktiziert wird, unverzichtbares Hilfsmittel.  Es gibt allerdings erhebliche Unterschiede bei der Art und Weise, wie Elefantenpfleger im „Direkten Kontakt“ ihre Rolle verstehen und wie viel Druck und Gewalt auf die Tiere ausgeübt wird.

  • Im Gegensatz zum „Direkten Kontakt“ beruht das moderne Haltungssystem des „Geschützten Kontakts“ auf freiwilliger Mitarbeit des Elefanten und Belohnungen. Mensch und Tier sind dabei stets durch einen Zaun getrennt, was den Menschen vor Unfällen und Angriffen schützt und so den unbedingten Gehorsam des Elefanten entbehrlich macht. Das Tier wird durch Belohnungen dazu motiviert, beim Training mitzumachen und lernt, durch ein Gitter alle Körperteile (z.B. Füße, Ohren, Schwanz) zu präsentieren und Behandlungen zu tolerieren. Es steht dem Elefant jederzeit frei, beim Training nicht mitzumachen, ohne dass er dafür bestraft würde. Trotzdem sind sämtliche pflegerischen und tierärztlichen Behandlungsmaßnahmen uneingeschränkt durchführbar.

  • Zahlreiche Zoos in Deutschland, Europa und Nordamerika beweisen seit vielen Jahren, dass Elefanten im „Geschützten Kontakt“ genauso gut oder sogar noch besser gepflegt und medizinisch behandelt werden können als im „Direkten Kontakt“. Zu den Vorreitern in Deutschland zählen u.a. die Zoos in Köln, Osnabrück und Heidelberg.

  • In den letzten Jahren kündigte der Zoo Hannover bereits an, mittelfristig die Haltung der Elefantenkühe und Jungtiere auf Geschützten Kontakt umzustellen. Dass dies bisher nicht geschehen sei, wird vorrangig dadurch begründet, dass sich die Gegebenheiten im Stall nicht für PC eignen würden und man zuvor umbauen müsse. Wahrscheinlich ist es jedoch auch im Erlebniszoo Hannover eher die Einstellung des Pflegerteams, die einen Wechsel des Haltungssystems verzögert. Dabei wäre eine Abschaffung des Circustrainings und eine Umstellung auf Körperpflege und medizinische Behandlungen nur durch ein Gitter ohne Hakeneinsatz sofort ohne kostenträchtige Umbaumaßnahmen möglich.

 

März 2017

Große Fortschritte in Europa: Umstellung auf Geschützten Kontakt in den Zoos von Münster, München, Magdeburg, Basel, Kolmarden und Boras

Eine ganze Reihe von Zoos hat in den letzten Monaten die Elefantenhaltung auf Geschützten Kontakt (PC) umgestellt oder plant dies zeitnah. In den meisten Haltungen steht diese Entwicklung im Zusammenhang mit baulichen Veränderungen: Bereits erfolgt ist diese Veränderung auf das moderne, tierfreundliche Managementsystem ohne Strafen im Zoo Basel (Schweiz). Anlass war dort die Fertigstellung der neuen Elefantenanlage. Auch im schwedischen Zoo Kolmarden werden Kühe und Jungtier nun wie der Bulle im PC gehalten. Hier ist interessant, dass Jungbulle "Namsai" nun wieder zu den beiden jüngeren Kühen gelassen wird. Zuvor war er ungefähr ein Jahr lang von diesen getrennt und gemeinsam mit Bulle "Tonsak" gehalten worden - Begründung: "Namsai" würde die Kühe zu sehr stressen.

In Boras (Schweden) und Madgeburg steht die Veränderung des Haltungssystems bevor, ebenfalls im Zusammenhang mit Umbaumaßnahmen: Magdeburg wird demnächst eine völlig neue Elefantenanlage für Afrikanische Elefanten eröffnen, Boras erweitert seine bestehenden Einrichtungen um eine Freilaufhalle mit Sandboden für die Familiengruppe Afrikanischer Elefanten. Nachdem die Münchner Elefanten sich im renovierten Haus und auf den neuen Anlagen eingewöhnt haben, ist auch für sie die Umstellung auf PC für die erste Jahreshälfte 2017 avisiert.

In Münster hingegen wurde die Erweiterung des Elefantengeheges schon vor einigen Jahren abgeschlossen; die Entscheidung zur Umstellung fiel erst im Nachgang aufgrund einer Sicherheitsprüfung der Arbeitsabläufe und baulichen Gegebenheiten im gesamten Zoobereich im Jahr 2013. Der Abschluss größerer baulicher und technischer Anpassungen im Elefantenbereich ist nun in den letzten Wochen erfolgt. Nach Presseberichten soll die Umstellung Ende April erfolgen und dann kommen auch die Münsteraner Elefantenkühe in den Genuss der Methoden des "echten" Geschützten Kontakts - basierend auf freiwilliger Mitarbeit und Belohnung anstelle von Pflegerdominanz und Strafdrohung. Trotzdem hat sich der Vollzug dieser Pläne in Münster lange hingezogen. Die Umsetzung eines Wechsels im Haltungssystem obliegt hauptsächlich den Elefantenpflegern  - und ein wesentlicher Parameter ist in jedem Zoo, inwieweit ein Pflegerteam bereit ist, diese zeitgemäße tiergärtnerische Entwicklung anzunehmen und umzusetzen.

In allen Ländern Europas sinkt die Zahl derjenigen Elefantenhalter, die noch Direkten Kontakt anwenden, damit erfreulicherweise immer weiter. Allein in Deutschland wird dieses System derzeit noch von einer Mehrheit der Zoos für die Elefantenkühe angewendet, konkret in 15 von 26 Haltungen. Das bedeutet, dass hier die Gefahr eines schweren oder sogar tödlichen Unfalls wie vor kurzem in Japan leider immer noch jederzeit besteht. Nach den oben angesprochenen Umstellungen wird aber auch in Deutschland PC das vorherrschende Haltungssystem sein. Im Direkten Kontakt werden dann nur noch Kühe in einer Minderheit der Haltungen gepflegt. Weitere Institutionen haben eine Umstellung auf Geschützten Kontakt mittelfristig avisiert.



März 2017

Elefantenkuh tötet Pfleger in einem japanischen Zoo

Am 12.03.2017 ereignete sich im japanischen Vergnügungspark "Adventure World" in Shirahama (Wakayama) ein Unfall mit tödlichem Ausgang. Die ca. 40-jährige Asiatische Elefantenkuh "Larry" schlug beim morgendlichen Waschen mit ihrem Rüssel nach ihrem aus Thailand stammenden Pfleger, stieß ihn in einen Zaun und fügte ihm dabei so schwere Verletzungen zu, dass er im Krankenhaus starb.

Was nun mit der Elefantenkuh geschehen soll, ist nicht bekannt. Überraschend kam der Angriff nicht: die Elefantenhaltung in fast allen japanischen Zoos ist leider extrem rückständig. Die meisten Elefanten leben alleine oder zu zweit in völlig unzureichenden, winzigen Anlagen mit Betonboden und werden im hergebrachten Direkten Kontakt mit Pflegerdominanz durch Elefantenhaken und Gewaltanwendung gehalten. 

Februar 2017

Neuorganisation der Geschäftsstelle

Wie bereits im letzten Elefanten-Magazin angekündigt, erklärte Frau Beate Haufellner auf unserer Jahreshauptversammlung in München (vgl. Bericht hierzu in dieser Rubrik) offiziell den Rücktritt von ihrer Vorstandsfunktion zum 31.12.2016 nach fast 20-jähriger Tätigkeit für den Verein. Auch Frau Monika Schilfarth legte nach mehr als 13 Jahren ihr Vorstandsamt zum Jahresende 2016 nieder. Beate Haufellner hat nach dem Tod ihres Mannes und Vereinsgründers Alexander nahezu 10 Jahre lang die Geschäftsstelle allein geführt und stand jeden Tag für Mitglieder und Externe als Ansprechpartner zur Verfügung – sie hat damit das Bild des Vereins nach außen wesentlich geprägt und die Organisation und das Funktionieren des Vereins überhaupt erst möglich gemacht! Und Monika Schilfarth hat mit der sorgfältigen Verwaltung der Finanzen des Vereins (und bei diesem sensiblen Thema auch oft in Kontakt mit unseren Mitgliedern wie so manchen Spendern) Initiativen und Vorhaben des Vereins dank des finanziellen Rückhalts ermöglicht bzw. den Grundstock für künftige Vorhaben gelegt!

Zum Jahresanfang 2017 wurden die Tätigkeiten von Geschäftsstelle und Finanzverwaltung örtlich in Karlsruhe zusammengefasst. Ab sofort ist somit die folgende Organisationsstruktur für die Geschäftsstelle mit den angegebenen Kontaktdaten gültig:
 

Geschäftsstelle

Frau Dr. Christiane Marsch

Forlenweg 29, 76149 Karlsruhe

Tel.: 0151-70875998 (ab 20 Uhr)

E-Mail: marsch.christiane@gmail.com

 

Kassenwart, Rechnungswesen

Frau Dr. Nicole Marsch,

Forlenweg 29, 76149 Karlsruhe

E-Mail: marschnicole@gmail.com

 

Wissenschaftliche Anfragen / Kontakt Medien:

Julia Arndt, M.Sc. Biol.

Tel.: 0162-2379276

E-Mail: julia.arndt@t-online.de

Allen Beteiligten gilt der Dank der Mitglieder und des Vorstands für ihr großes Engagement und für die nicht unerhebliche Zeit, welche sie entweder in der Vergangenheit in der Arbeit mit und für den Verein geleistet haben bzw. für die Zukunft sich dazu bereit erklärt haben! Für die geleistete Arbeit gilt unser herzlichster Dank Frau Haufellner und Frau Schilfarth, ebenso den Drs. Christiane und Nicole Marsch für ihre Bereitschaft zur Übernahme der neuen und zeitintensiven Aufgaben!

Wir bitten Sie darum, diese Veränderungen bei Anfragen und Kontaktaufnahmen mit dem Verein zu berücksichtigen und gleichzeitig um Ihr Verständnis, dass in der ersten Zeit nach einer so grundlegenden organisatorischen Änderung und Übernahme neuer Aufgaben vielleicht noch nicht alles perfekt klappt. Insofern schon im Voraus herzlichen Dank, dass Sie dem neuen Team in der Geschäftsstelle die nötige Einarbeitungszeit einräumen! Bitte vergessen Sie nicht, alle Leistungen hier erfolgen ehrenamtlich und zusätzlich zu einer Erwerbstätigkeit! 


November 2016

Elephant Sanctuary Brazil: Erste Elefanten-Auffangstation in Südamerika eröffnet

Nach jahrelangen Vorbereitungen konnten am 11.10.2016 die ersten Elefanten im „Elephant Sanctuary Brazil“ einziehen:  die beiden Asiatischen Elefantenkühe „Maia“, 43 Jahre alt, und „Guida“, 41 Jahre alt. Beide sind Ex-Circuselefanten, die nach ca. 3 Jahrzehnten Circusleben im Jahr 2010 von den brasilianischen Behörden beschlagnahmt wurden. Mangels eines aufnahmebereiten Zoos mussten die beiden Elefantinnen die letzten 5 Jahre in einem provisorischen errichteten Strompaddock auf dem Gelände einer Farm verbringen. Da der Stromzaun nicht ausbruchssicher war, mussten „Maia“ und „Guida“ permanent an einer Kette gehalten werden; eine qualifizierte Versorgung durch ausgebildete Elefantenpfleger gab es nicht.

Gründer der Organisation „Global Sanctuary for Elephants“, dessen erstes Projekt das Sanctuary in Brasilien im Bundesstaat Mato Grosso darstellt, sind Scott Blais, der 1995 bis 2011 „The Elephant Sanctuary“ in Hohenwald, Tennessee (USA) leitete, und seine Frau Katherine Blais, die dort sechs Jahre lang als Elefantenpflegerin tätig war.

In Südamerika verbieten zwar immer mehr Länder die Nutzung von Elefanten in Circussen, es standen bisher aber keine geeigneten Aufnahmeeinrichtungen zur Verfügung, um den vorhandenen Tieren ein gutes Leben zu ermöglichen. Moderne Elefantenanlagen in Zoos gibt es so gut wie nicht. Das führt zu der Situation, dass in verschiedenen Ländern Südamerikas derzeit eine Reihe von Ex-Circuselefanten in Zoos und auf Farmen in provisorischen Unterkünften unter  völlig ungenügenden Bedingungen leben, obwohl deren Halter gerne bereit wären, die Tiere an eine geeignete Einrichtung abzugeben. Im „Elephant Sanctuary Brazil“  stehen jetzt über 1000 Hektar Fläche bereit, um möglichst viele dieser Elefanten aufzunehmen und ihnen nach dem Vorbild der beiden Sanctuaries in den USA („The Elephant Sanctuary“ in Hohenwald, Tennessee und „PAWS“ in San Andreas, Kalifornien) in großen Paddocks mit natürlicher Vegetation einen schönen Lebensabend zu ermöglichen. Bisher ist nur ein kleiner Teil des Geländes eingezäunt, aber Scott und Katherine Blais arbeiten auf Hochtouren, um die Auffangstation weiter auszubauen und schnellstmöglich weitere Elefanten aufnehmen zu können. Der nächste Elefant wird bereits Anfang 2017 erwartet; eine mögliche Kandidatin ist die ca. 50-jährige Asiatin „Ramba“. „Ramba“ war der letzte Circuselefant in Chile und lebt seit Ende 2011 allein in einem provisorischen, eigentlich nur als Übergangslösung gedachten Gehege in einem chilenischen Safaripark. Es bleibt zu hoffen, dass „Ramba“ und viele weitere Elefanten möglichst schnell nach Brasilien in die neue Auffangstation umziehen können!

Mehr Informationen und zahlreiche aktuelle Updates sind unter http://www.globalelephants.org und https://www.facebook.com/globalsanctuaryforelephants verfügbar.

In Frankreich arbeiten derzeit Tony Verhulst und Sofie Goetghebeur, die beide mehr als 20 Jahre in den Zoos von Antwerpen und Planckendael tätig waren und über langjährige Erfahrung in der Elefantenpflege verfügen, am Aufbau eines ähnlichen Projekts für Europa. Ein geeignetes Grundstück wurde bereits gefunden und die Baugenehmigung für den ersten Elefantenstall ist beantragt; es fehlen aber noch Spenden, bevor die ersten Elefanten einziehen können.  Näheres unter http://www.elephanthaven.com/en/.



März 2016