Aktuelle Entwicklung in den Zoos von Twycross und Woburn

Im Herbst 2012 hat der englische Zoo Twycross (Bestand: 4 Asiatische Elefantenkühe) das Haltungssystem wie bereits seit längerem geplant auf „Geschützten Kontakt“ umgestellt. Dafür wurde im Elefantenhaus eine Trainingswand eingebaut. Nach Zooangaben ist man überzeugt, dass dies den Elefanten mehr natürliches Verhalten ermöglichen wird. Um hierfür wissenschaftliche Nachweise zu erbringen, arbeitet Twycross mit der Universität von Nottingham zusammen.

Im Oktober 2012 wurde zudem bekannt, dass im selben Zoo im September 2012 drei Elefantenpfleger die Elefantenkuh „Tonzi“ mit Bambusstangen geschlagen hatten und daraufhin nicht nur fristlos gekündigt, sondern auch kurzzeitig von der Polizei festgenommen worden waren. Ob die Umstellung auf „Geschützten Kontakt“ vor oder nach diesem Vorfall erfolgte, ist uns nicht bekannt. Es ist sehr erfreulich, dass mit Twycross nun ein weiterer Zoo nicht länger bereit ist, die im „Direkten Kontakt“ häufigen Schläge als selbstverständlich hinzunehmen und bei den Behörden als das angezeigt hat, was es ist: Tierquälerei. 

Damit halten nun neun britische Zoos ihre Elefanten ausschließlich im „Geschützten Kontakt“, während nur noch fünf am „Freien Kontakt“ für Elefantenkühe festhalten.

In einem davon, dem Woburn Safari Park nördlich von London, ist die gegenteilige Entwicklung wie in Twycross festzustellen: Im Sommer 2012 wurden die Elefantenanlagen nach dem Vorbild des Zoo Whipsnade um eine Showarena erweitert, in der nicht nur Vorführungen stattfinden, sondern auch „Meet & Greet- Sessions“, bei denen die Besucher die Elefantenkühe nur durch einen kleinen Holzzaun getrennt anfassen können. Schwere Unfälle sind vorprogrammiert. Die Elefantenpfleger in Woburn halten übrigens nicht nur die beiden Kühe „Chandrika“ und „Damini“ im „Direkten Kontakt“, sondern auch „Yu Zin“, die zuvor im Zoo Emmen fast 10 Jahre im „Geschützten Konakt“ gemanagt wurde. „Yu Zin“ nimmt auch an Spaziergängen durch den Park teil.

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