Zoo Houston/Texas: Circusdressur und der mögliche Zusammenhang zwischen Distress und Herpes


Der Zoo Houston in Texas, USA, rührt die Werbetrommel - mithilfe seiner Elefantenvorführung. In Anwesenheit von Reportern wurde nicht nur das Training der zweieinhalbjährigen „Tupelo“ gezeigt, ihre Mutter „Tess“ führte „circusreife“ Handstände auf und zur Abrundung malte die zweite Zuchtkuh „Methai“ Bilder.                                                                                                                   http://www.yourhoustonnews.com/bellaire/news/houston-zoo-elephants-show-off-their-talent/article_80260c85-c80a-5f24-9a43-529afdac4738.html

Solche „Kunststücke“ sind Tierquälerei und verursachen bei Elefanten schmerzhafte, unheilbare Gelenkerkrankungen. Es gibt keinerlei Rechtfertigung, an derart archaischen Übungen und den damit verbundenen brutalen Trainingsmethoden in einem modernen Zoo mit wissenschaftlichem Anspruch festzuhalten.

Außerdem ist der Zoo Houston in der Zoowelt auch dafür bekannt, mindestens 6 seiner bisher 14 Elefantennachzuchten durch das EEHV-Virus, bekannt als „Elefantenherpes“, verloren zu haben.

Von 14 Geburten in Houston leben heute nur noch zwei, „Tupelo“ und „Baydar“. Die Nachzuchten „Singgha“, „Kimba“ und „Mac“ verstarben 7-, 13- und 2-jährig im Zoo an Herpes. „Pearl“, „Kiba“ und „Bopper“ erlagen der EEHV-Infektion im Alter von 3, 11 bzw. 4 Jahren, jeweils innerhalb weniger Monate nach ihrer Abgabe in andere Zoos. Bei weiteren Jungtieren mit bislang unbekannter Todesursache sowie Totgeburten ist Herpes ebenfalls möglich.

Einmal infiziert, verbleibt EEHV nach Stand der  Wissenschaft lebenslang im Elefanten, muss jedoch nicht zwangsläufig als Erkrankung ausbrechen. Beginnt das latent vorhandene Virus sich jedoch explosiv zu vermehren, entsteht das gefürchtete Krankheitsbild, welches innerhalb von Tagen, teilweise sogar Stunden zum Tode führen kann. Betroffen sind vor allem junge Tiere unterhalb des Erwachsenenalters, vorzugsweise Kälber. Die veterinärmedizinischen Möglichkeiten, dann noch mit Virustatika einzugreifen und Leben zu retten, sind bislang sehr begrenzt. Infektionen oder Ausbruch mittels Schutzimpfungen zu verhindern, ist derzeit utopisch.

Da längst nicht jede Infektion zu einer klinischen Erkrankung führt, wären Untersuchungen dazu wichtig , wie auslösende Faktoren eingedämmt werden können. Im Focus steht hier vor allem permanenter Distress. Die unnatürliche Unterordnung des Wildtiers Elefant unter menschliche Herdenchefs unterdrückt natürliches Herdenverhalten. Dressuren zu Showzwecken haben oft ebenfalls nichts mit natürlichen Verhaltensmustern zu tun. Über die Methoden, mit denen Elefanten zu Athletiktricks ausgebildet werden, berichtet u.a. Dr. Fred Kurt http://www.european-elephant-group.com/files/PDF/14_athleten_und_dresseure_ueberforderung_im_circus_dr.kurt.pdf  
In Zoos, die auf solche anachronistischen Präsentationen beharren, beginnt beides für Nachzuchten bereits in den ersten Lebensmonaten. Es ist hochwahrscheinlich, dass Unterordnung und Showtraining zu fortdauerndem Distress führen kann – der dem Ausbruch des Elefantenherpes den Weg bereiten könnte. Dies wird bisher jedoch kaum diskutiert, leider auch nicht in den betroffenen Zoos:

Nicht nur, dass diese Darbietungen ähnlich wie Circusse rein gar nichts über das Wildtier Elefant vermitteln: Solange sich am Elefantenmanagement in diesen Einrichtungen nichts ändert, kann keine Rede davon sein, dass alles getan wird, einen Ausbruch des Virus zu vermeiden. Angesichts der circusreifen Vorführungen, zu denen etwa die Elefantenkühe und Kälber im Zoo Houston trainiert werden, braucht sich stattdessen niemand zu wundern, wenn die ersehnten Zoonachzuchten in Zoos wie Houston oder Whipsnade auch zukünftig überdurchschnittlich häufig dem EEH-Virus erliegen werden.

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